Leistungen der Pflegeversicherung

2018-08-14T09:01:31+02:00

Allgemeine Voraussetzungen für Leistungen der Pflegeversicherung

Das Ziel der Sozialversicherung im Pflegebereich ist eine Unterstützung des Betroffenen durch die Leistungen der Pflegeversicherung bei den durch die Pflegemaßnahme anfallenden Kosten. Die Pflegekassen der Krankenversicherungen werden beim Vorliegen einer Pflegebedürftigkeit gemäß den festgestellten Pflegestufen leistungspflichtig. Die Höhe misst sich nach den speziellen Vorschriften des ersten Pflegestärkungsgesetzes. Voraussetzung für eine Bezuschussung der Pflegekassen ist, dass der Versicherte innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre pflegeversichert gewesen ist.

Außerdem muss eine Krankheit oder Behinderung vorliegen, die regelmäßig und auf Dauer (voraussichtlich für mindestens sechs Monate) eine erhebliche Hilfe bei Verrichtungen des täglichen Lebens erforderlich macht. Leistungen der Pflegeversicherung sind nur auf Antrag erhältlich. Sie werden ab dem Zeitpunkt der Antragstellung gewährt, falls die Anspruchsvoraussetzungen bereits vorliegen. Bei Anträgen, die erst nach dem Eintritt der Pflegebedürftigkeit gestellt werden, erfolgen Leistungen der Pflegekassen zum Monatsbeginn der jeweiligen Antragstellung.

Die Pflegestufen als Grundlage für die Bemessung der Leistungen der Pflegeversicherung

Nach einem Antrag auf Pflegebedürftigkeit überprüft der medizinische Dienst der zuständigen Krankenkasse den Grad der Pflegebedürftigkeit. Dabei finden vor allem vorgegebene Zeitkriterien bei der Begutachtung der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung Berücksichtigung. Mittels Bescheid der Pflegekasse wird die Zuordnung des Pflegebedürftigen zu einer der nachfolgenden Pflegestufen vorgenommen, die als Leistungsbemessungsgrundlage dienen:

  • Pflegestufe 0: Versicherte ohne Pflegestufe mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (insbesondere bei Demenz)
  • Pflegestufe I: Erhebliche Pflegebedürftigkeit
  • Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftigkeit
  • Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftigkeit (mit Härtefallregelung)

Der bisherige Begriff der Pflegestufen und die geltende Anzahl der Unterscheidungen werden sich ab dem Jahre 2017 durch die nächste Gesetzesreform im Pflegebereich verändern. Zukünftig finden fünf verschiedene Pflegegrade bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit Berücksichtigung. Diese Modifizierung soll in erster Linie zu einer stärkeren ganzheitlichen Betrachtung der Pflegebedürftigkeit führen. Anstelle der bisherigen Akzentuierung körperlicher Beeinträchtigungen als Auslöser für Pflegebedürftigkeit sollen zukünftig auch psychische Ursachen eine analoge Bewertung erfahren. Mit der anstehenden Neuregelung werden Pflegebedürftige mit körperlichen und psychischen Einschränkungen undifferenziert den Pflegegraden zugeordnet. Dadurch soll eine harmonischere und bedürfnisgerechtere Verfahrenspraxis erzielt werden.

Die Leistungen der Pflegeversicherung

Circa 750.000 Menschen befinden sich derzeit deutschlandweit als Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen. Ungefähr zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause gepflegt. Eine dauerhafte Durchführung der häuslichen Pflege wird von der Pflegeversicherung durch eine Reihe von Leistungen situationsadäquat unterstützt:

  • Pflegegeld zur Unterstützung der häuslichen Pflege durch Angehörige
  • Sachdienstleistungen für den Einsatz ambulanter Pflegedienste
  • Notwendige Maßnahmen der Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalten oder in vorübergehenden Krisensituationen
  • Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege für einen möglichst langen Wohnungsverbleib
  • Pflegekurse für Angehörige für eine geeignete Ausübung der Pflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnumfeldverbesserungen zur Optimierung der häuslichen Pflege

Die Leistungshöhe richten sich je nach festgestellter Pflegestufe unter Berücksichtigung von Obergrenzen gemäß dem ersten Pflegestärkungsgesetz. Ambulante Leistungen haben nach den sozialgesetzlichen Regelungen in der Pflege Vorrang vor stationären und teilstationären Maßnahmen. Leistungen des Pflegegeldes können mit Pflegesachleistungen zur Bezahlung ambulanter Pflegedienste kombiniert werden. Die Bezuschussung der Verhinderungspflege greift beim Ausfall der Pflegeperson. Für einen Ersatz übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten bis zur vorgeschriebenen Höchstsatzregelung für eine Zeitdauer von maximal sechs Wochen. Leistungen der Pflegeversicherung erfolgen außerdem für eine notwendige Kurzzeitpflege als Folge einer Krankenhausbehandlung oder Krisensituation. Unter Anrechnung auf die Ersatzpflege, wenn diese im Kalenderjahr noch nicht beansprucht wurde, kann bei der Kurzzeitpflege eine Verdoppelung der zeitlichen wie finanziellen Begrenzung erfolgen.

Leistungen der Pflegeversicherung dienen auch den Angehörigen, die spezielle Pflegekurse zur Bewältigung ihrer anstrengenden Alltagsaufgabe besuchen dürfen. Bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro kann der Einbau eines Treppenlifts durch die Pflegekasse bezuschusst werden. Als Voraussetzung für diese Leistung muss der Treppenlift einer Wohnumfeldverbesserung für die häusliche Pflege dienen. Zur Ergänzung einer häuslichen Pflege besteht im Einzelfall auch die Möglichkeit, Leistungen der Pflegeversicherung für die Tages- oder Nachtpflege zu erhalten. Vor dem Hintergrund der gebotenen Nachrangigkeitsprüfung teilstationärer Leistungen ist dazu die Bewilligung der Pflegekasse erforderlich. Zu den Leistungen der Pflegeversicherung zählen auch Hilfsmittel. Diese müssen zur Erleichterung der Pflege oder Reduzierung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen. Als Hilfsmittel kommen unter anderem saugende Bettschutzeinlagen oder technische Hilfen zum Ausgleich von Funktionsstörungen in Betracht. Leistungen der Pflegeversicherung erfolgen vielfach auch für eine vollstationäre Unterbringung in Pflegeeinrichtungen.

Dabei bezieht sich diese Bezuschussung nur auf den Bereich der Pflege, der Investitionskosten sowie zusätzlicher sozialer Betreuungsleistungen. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind vom Versicherten zu tragen. Angesichts erheblicher Preisdifferenzen bei den zahlreichen Pflegeeinrichtungen lohnt sich eine gründliche Auswahl. Dies gilt ebenso für die Preisunterschiede ambulanter Pflegedienste. Daher ein Tipp: Viel Zeitaufwand und eine Menge Geld durch geringere monatliche Kostenbelastungen können Sie durch einen Anbieter-Vergleich einsparen. Das wichtige Ergebnis sollte aber nicht dem Zufall überlassenbleiben bleiben. Das unabhängige Pflegeanbieter-Vergleichsportal "Pflegezentrum" stellt Ihnen auf Anfrage einen kostenlosen Vergleich infrage kommender Anbieter unverbindlich zur Verfügung.

 

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