Pflegegeld beantragen

2018-08-14T11:03:33+02:00

Pflegebedürftige müssen zum Erhalt von Leistungen Pflegegeld beantragen

Gemäß dem ersten Pflegestärkungsgesetz können Leistungen als Unterstützung für entstehende Pflegekosten gewährt werden. Dazu muss eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegestufenregelung vorliegen. Die Höhe von Pflegeleistungen richtet sich nach der Feststellung der jeweiligen Pflegestufe. Die Entscheidung zur Bestimmung der Pflegestufe trifft die Pflegekasse der zuständigen Krankenkasse auf Vorschlag des medizinischen Dienstes. Dieser überprüft dazu den Einschränkungsgrad des Pflegebedürftigen. Für dieses Prüfungsverfahren muss der Pflegebedürftige zunächst ein Pflegegeld beantragen. Wer Pflegegeld beantragen möchte, sollte zuvor die persönlichen Voraussetzungen prüfen.

Prüfung der Voraussetzungen, um Pflegegeld zu beantragen

Es muss eine Pflegebedürftigkeit vorliegen. Nach dem SGB XI können Personen Pflegegeld beantragen, die aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung zur Bewältigung der üblichen, regelmäßigen Alltagsaufgaben eine Hilfe in erheblichem Umfang für mindestens sechs Monate benötigen. Ein Pflegegeld kann nur beantragen, wer die Voraussetzungen für die Vorversicherungszeit erfüllt. Dies bedeutet, dass der Pflegebedürftige den Nachweis führen kann, innerhalb der letzten 10 Jahre vor der Antragstellung bereits mindestens 2 Jahre pflegeversichert gewesen zu sein. Um Pflegegeld durch einen Angehörigen beantragen zu können, benötigt dieser entweder eine Vollmacht oder eine amtsgerichtlich verfügte Ermächtigung.

Das Pflegegeld ist bei der zuständigen Pflegekasse zu beantragen

Wer Pflegegeld beantragen möchte, sollte einiges beachten:

  • Das Pflegegeld ist bei der Pflegekasse der zuständigen Krankenkasse zu beantragen.
  • Der Antrag kann formlos gestellt werden. Es ist jedoch zweckmäßig, bei der Antragstellung die speziell vorhandenen Anträge der Pflegekasse zu verwenden. Die Vordrucke sind bei den Beratungsstellen der Kassen oder über das Internet erhältlich.
  • Beim Vorliegen der Voraussetzungen wird ein Anspruch auf Leistungen durch die Pflegekassen rückwirkend ab dem Antragsdatum gewährt. Wer also Pflegegeld beantragen möchte, sollte nicht zu lange zögern und den Antrag zeitnah nach dem Vorliegen der Voraussetzungen stellen.
  • Alle verfügbaren Kostenbelege sollten innerhalb des Zeitraumes von der Antragstellung bis zur Entscheidung durch die Pflegekasse sorgfältig gesammelt werden.
  • Zur Stellung des Antrages können die Pflegeberater der Pflegekassen und Ärzte befragt werden.

Es ist vorteilhaft, bereits möglichst viele aussagekräftige Befundberichte, Diagnosen und sonstige Unterlagen an die Pflegekassen zu senden. Der von der Pflegekasse beauftragte medizinische Dienst vereinbart in der Folge einen Überprüfungstermin mit dem Pflegebedürftigen.

Vorbereitungen auf die Überprüfung durch den medizinischen Dienst

Zur Vorbereitung auf den Untersuchungstermin bietet sich ein offenes, vertrautes Gespräch zwischen Angehörigen und dem Pflegebedürftigen an. Dabei sollte der Stellenwert dieser Überprüfungsmaßnahme deutlich werden. Unrealistische Angaben des Pflegebedürftigen zum Umfang seiner Beeinträchtigungen könnten sich in erheblichem Maße negativ auswirken. Im Besonderen soll verhindert werden, dass aus Scham, Zukunftsangst oder unangebrachter Eitelkeit keine irritierenden Aussagen erfolgen. Dadurch könnte der Anspruch auf ein Pflegegeld gefährdet werden.

Die Untersuchung durch den medizinischen Dienst findet im Regelfall in der Wohnung des Pflegebedürftigen statt. Dabei sind für das nachfolgende Gutachten vor allem die zur Durchführung der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung benötigten Durchführungszeiten von Bedeutung. Für die zeitliche Erfassung der einzelnen Maßnahmen ist im Rahmen der stattfindenden Momentaufnahme durch den medizinischen Dienst der Verweis auf die Dokumentationen im Pflegetagebuch hilfreich. Um ein Pflegegeld möglichst erfolgreich beantragen zu können, sind die vorbereitenden Maßnahmen und Gespräche zielführend. Außerdem reduziert sich dadurch erfahrungsgemäß die Unsicherheit und Nervosität beim Pflegebedürftigen und den Angehörigen.

Wahlmöglichkeiten bei der Inanspruchnahme bewilligter Leistungen

Nachdem Klarheit über die Höhe der zur Verfügung stehenden Leistungen besteht, ist häufig noch eine wichtige Entscheidung zur Leistungsverwendung zu treffen. Dabei stellt sich die Frage nach dem passenden Pflegedienst oder Pflegeheim. Selbst wenn sich nach der Leistungsbewilligung ein Pflegeheim zunächst nur eine vage Option zur häuslichen Pflege darstellt, sollte für eine spätere mögliche Inanspruchnahme frühzeitig eine vorbereitende Auswahl getroffen werden. Oftmals werden zunächst bei zunehmender Überforderung der Angehörigen diese nach einiger Zeit durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützt.

Bei einer weiteren Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands des Pflegebedürftigen folgt in bestimmten Fällen eine unvermeidbare Unterbringung in einem Pflegeheim. Grund genug, sich rechtzeitig und in gebotener Gründlichkeit danach zu erkundigen. Sowohl bei der Suche nach einer Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst als auch im Hinblick auf ein passendes Pflegeheim ist kostenlose Hilfe möglich. Beim unabhängigen Pflegeanbieter-Vergleichsportal "Pflegezentrum" können Sie einen aktuellen Anbieter-Vergleich als wertvolle Orientierung zur Vorbereitung einer Auswahlentscheidung gratis in Anspruch nehmen. Dadurch kann auch eine übereilte, anstrengende Suche im plötzlichen Bedarfsfall verhindert werden.

 

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