Senioren WG

2018-08-14T16:10:09+02:00

Senioren WG als Veränderungsmöglichkeit gegen das Alleinsein im Alter

Mit zunehmendem Alter erkundigen sich viele alleinstehende Menschen nach einer Wohnalternative zusammen mit Gleichgesinnten, die dem bedrückenden Phänomen der Einsamkeit entgegenwirken könnte. Außerdem besteht die Absicht, durch diese Wohnart auch die Bewältigung und aktive Gestaltung des Alltags gemeinsam in Angriff nehmen zu können. Ein altersgerechter Wohnraum soll dieses Ziel unterstützen. Zahlreiche ältere Menschen verbinden mit der Senioren WG den Wunsch, in Notsituationen nicht auf sich alleine gestellt zu sein. Ebenfalls besteht auch die Erwartung, durch eine gewinnbringende Kommunikation und gemeinsame Freizeitplanungen mit den übrigen Mitgliedern der Senioren WG geistiger Trägheit und quälender Langeweile entgegenzutreten. Als Pflege-Wohngemeinschaft besteht die Möglichkeit einer günstigen Kostenteilung im Falle einer gemeinschaftlichen Inanspruchnahme einer ambulanten Pflegekraft.

Eine Senioren WG kann bezuschusst werden

Für Bewohner einer Senioren WG besteht unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderungsmöglichkeit bei ambulanter Versorgung durch den sogenannten Wohngruppenzuschlag. Eine Bezuschussung ist möglich, wenn in der gemeinsamen Wohnung von mindestens drei Personen eine häusliche Pflege stattfindet. Um eine Zusatzleistung von der Pflegekasse zu erhalten, muss eine Anspruchsgrundlage zum Erhalt von Pflegegeld oder Sachleistungen durch die Feststellung der Pflegebedürftigkeit unter Zuordnung zu einer Pflegestufe gegeben sein. Außerdem muss dem Zusammenwohnen der Zweckgedanke einer gemeinschaftlich organisierten Pflege zugrunde liegen. Die ambulante Wohngruppenbetreuung muss im Einklang mit gültigen Normen stehen. Für zusätzliche Leistungen wird in diesem Fall ein pauschaler Zuschuss pro Bewohner in Höhe von monatlich 205 Euro gezahlt. Ein Nachweis über die tatsächlichen Kosten ist dafür nicht notwendig. Eine Leistung der Pflegekasse kann auch als sogenannte Anschubfinanzierung zur barrierefreien, altersgerechten Wohnraumgestaltung gewährt werden. Die Höhe beträgt dabei maximal 2.500 Euro je Bewohner der Wohngruppe und darf insgesamt den Betrag von 10.000 Euro nicht überschreiten.

Rechte und Pflichten für die Mitglieder der Wohngemeinschaft schriftlich festhalten

Die Erinnerung kann bei zunehmendem Alter öfter mal nicht funktionieren und einen Streich spielen. Vor allem können mündliche Verabredungen im Hinblick auf die gemeinsame Gestaltung und Finanzierung von Alltags- oder Freizeitmaßnahmen mit der Zeit zu Detailfragen oder Missverständnissen führen. Bei einem ungeplanten Auszug aus der Senioren WG muss eine Zuordnung der persönlichen Eigentumsgegenstände problemlos sein. Daher ist es ratsam, die wesentlichen Übereinkünfte möglichst eindeutig unter Berücksichtigung der Einzelheiten schriftlich zu dokumentieren. Dazu können unter anderem zählen:

  • Eigentumsverhältnisse mitgebrachter Möbelstücke
  • Kostenteilung von hauswirtschaftlichen Maßnahmen durch Unternehmen oder Selbstständige
  • Wechselseitige Verpflichtungen notwendiger Alltagsarbeiten
  • Besorgung von Lebensmitteln und Zubereitung der Mahlzeiten
  • Zweckgebundener Umgang mit gemeinsamen Ersparnissen und finanziellen Reserven
  • Regeln für ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben

Die mietvertraglichen Regelungen mit dem Wohnungseigentümer bleiben hiervon unberührt.

Eine Senioren WG ist aufs Funktionieren ausgerichtet: Mögliche Probleme und Nachteile

Die Bewohner einer Senioren WG stellen in der Regel eine Gemeinschaft dar, deren einzelne Mitglieder sich erst seit kurzer Zeit kennen. Zum Teil finden aber auch Menschen zu dieser Gemeinschaft zusammen, die sich in unterschiedlichsten Beziehungsverhältnissen bereits länger kennen. Für alle Personen gilt übereinstimmend, dass sie noch keinerlei Erfahrung in Bezug auf diese geplante Form des familienähnlichen Zusammenlebens besitzen. Alle Betroffenen verfügen in diesem Lebensabschnitt über eine ausgeprägte Persönlichkeit.

Ein Verlust an Selbstständigkeit und die Abgabe von Entscheidungskompetenz sind durch die Bildung der Gemeinschaft und Regelvereinbarungen unvermeidbar. Ein kontinuierlicher Abstimmungsprozess, der auch Konfliktpotenzial enthalten kann, zählt zum Beispiel bei der Auswahl von Speisen, Freizeitveranstaltungen oder Kostenbeteiligungen zum Alltag. Trotz räumlich vorhandener Rückzugsmöglichkeiten werden durch die Senioren WG die Freiheit und der Schutz der vorherigen Privatsphäre eingeschränkt. Die alternative Wohnmöglichkeit des betreuten Wohnens gewährleistet aus genau diesem Grund die Beibehaltung eines eigenen Haushalts. Dadurch entfällt im Gegensatz zu einer Senioren WG die Notwendigkeit einer Kompromissbildung zu Meinungsunterschieden in diesem wichtigen Lebensbereich. Anders als in der Senioren WG sind soziale Kontakte mit einem deutlich größeren Kreis von gleich gesinnten Bewohnern einer Wohnanlage möglich. Das betreute Wohnen in einer altersgerechten Wohnanlage bietet auch den Vorteil der Nutzung von Gemeinschaftsräumen.

Ein umfangreiches Serviceanbot sorgt für eine bestmögliche Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung und Freizeitgestaltung. Eine Senioren WG kann für die Betroffenen eine ansprechende Lösung zur Kompensation altersbedingter Defizite darstellen. Dies ist aber entscheidend vom Gemeinschaftsverhalten abhängig. Außerdem müssen bei einer Entscheidung für die Zugehörigkeit zu einer Senioren WG auch strukturelle Defizite in Kauf genommen werden. Daher besteht auch eine große Nachfrage zu Angeboten des betreuten Wohnens oder auch Seniorenresidenzen. Wer sich diesbezüglich umfangreich und aktuell erkundigen möchte, sollte auf einen seriösen Anbietervergleich als verlässliche Entscheidungsgrundlage zurückgreifen. Sie können sich kostenlos und unverbindlich eine Vergleichsübersicht durch das unabhängige Pflegeanbieter-Vergleichsportal "Pflegezentrum" besorgen.

 

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