Verhinderungspflege

2018-08-14T09:38:30+02:00

Der Anspruch auf Verhinderungspflege verhindert eine Unterbrechung der ambulanten Pflege

Die häusliche Pflege durch nahe Angehörige stellt ein tragendes Element in unserem sozialen Netzwerk dar. Aufgrund der dabei zu erbringenden Dauerleistung engagierter Pflege kann es vorkommen, dass die Pflegekraft seine Aufgabe zeitweise nicht wie gewünscht fortführen kann. Hierfür kann eine Vielzahl von Gründen ausschlaggebend sein. Dazu zählen beispielsweise Erkrankungen, Urlaub oder die Inanspruchnahme einer Kur aufgrund der hohen Dauerbelastung durch die Pflegeleistung. In diesem Fall kann die Verhinderungspflege bei der Pflegekasse beantragt werden. Diese Möglichkeit besteht auch dann, wenn bis zu diesem Zeitpunkt eine Kombinationsleistung (anteilige Pflege durch private Pflege und einen Pflegedienst) in Anspruch genommen wurde. Voraussetzung dafür ist, dass die bisherige private Pflegekraft die häusliche Pflege bereits mindestens für die Dauer von sechs Monaten durchgeführt hat. Sollte die Ersatzpflege im Rahmen der fortgeführten häuslichen Pflege ein weiteres Mal erforderlich werden, erfolgt keine weitere Überprüfung der Vorversicherungszeit.

Die Verhinderungspflege durch nahe Angehörige und andere Personen

Die Verhinderungspflege kann durch nahe Angehörige erfolgen. Unter nahen Angehörigen sind hierbei Verwandte oder Verschwägerte bis zum zweiten Grad oder im Haushalt lebende Personen zu verstehen. Die Pflegekasse übernimmt die nachgewiesenen Kosten dieser Ersatzkraft bis zur zustehenden Höhe des Pflegegeldes gemäß der jeweils festgestellten Pflegestufe. Werden durch die Ersatzpflegekraft höhere Ausgaben geltend gemacht wie zum Beispiel Verdienstausfall oder zielt die Pflegetätigkeit auf ein erwerbsmäßiges Einkommen ab, beträgt der Höchsterstattungsbetrag der Pflegeversicherung 1.612 Euro. Die Ersatzpflege kann je nach den Umständen auch durch Personen durchgeführt werden, die nicht als nahe Angehörige gelten. Außerdem kann die Verhinderungspflege im begründeten Fall auch durch ambulante Pflegedienste, Kurzzeitpflege oder teilstationäre Tages- oder Nachtpflege erfolgen. Gemessen am Verhinderungsumfang der Pflegeperson kann auch eine tage- oder stundenweise Vertretung erforderlich werden. Beträgt die Dauer einer notwendigen stundenweisen Vertretung weniger als acht Stunden, wird dies bezogen auf die zeitliche Obergrenze von 42 Tagen nicht angerechnet.

Leistungen pro Kalenderjahr für Verhinderungspflege durch Personen, die keine nahen Angehörigen sind:

  • Pflegestufe 0 mit Demenz: 1.612 Euro für Kosten einer erforderlichen Verhinderungspflege bis zu sechs Wochen
  • Pflegestufe I, II oder III: 1.612 Euro für Kosten einer erforderlichen Verhinderungspflege bis zu sechs Wochen

Mögliche Alternativen zur Durchführung einer Verhinderungspflege

Außer der Vertretungsmöglichkeit durch nahe Angehörige oder andere Personen können weitere Alternativen und Kombinationen in Anspruch genommen werden. Bis zur Hälfte des Leistungsbetrags für die Kurzzeitpflege, also 806 Euro, können pro Kalenderjahr zusätzlich für die Verhinderungspflege ausgegeben werden. Dadurch kann der höchstens zulässige Gesamtbetrag für die Verhinderungspflege auf maximal 2.418 Euro erweitert werden. In diesem Fall erfolgt eine Anrechnung des für die Verhinderungspflege in Anspruch genommenen zusätzlichen Betrages auf das Leistungsvolumen bei der Kurzzeitpflege. Die Ersatzpflege kann auch teilweise durch einen nahen Angehörigen und ansonsten durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht werden. In diesem Fall erfolgt die zulässige Kombination des weitergezahlten Pflegegeldes mit Pflegesachleistungen unter Berücksichtigung der Obergrenze. Die Verhinderungspflege kann auch durch Pflegedienste durchgeführt werden, die keinen Versorgungsvertrag mit den Landesverbänden der Pflegekassen abgeschlossen haben. Dazu zählen Einrichtungen, die über eine analoge Leistungsvereinbarung mit Sozialhilfeträgern verfügen. Es sind Situationen möglich, bei denen sich krankheitsbedingt der Pflegeaufwand vorübergehend erheblich erhöht, ohne dass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich wird.

Kann die Pflegeperson seine Aufgabe begründet durch diese Veränderung zeitlich befristet nicht wahrnehmen, überschneiden sich die Bestimmungen der Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege. Aufgrund der entstandenen „Krisensituation“ kann eine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Die Umstände können es auch bewirken, dass bei Erfüllung der Voraussetzungen eine teilstationäre Tages- oder Nachtpflege als ergänzende/vertretende Pflegemaßnahme in Betracht kommt. Abhängig vom Leistungsumfang kann dabei eine Kürzung des Pflegegeldes erfolgen. Die Kurzfristigkeit notwendiger Pflegemaßnahmen wie zum Beispiel die der Kurzzeitpflege führt oft zu Problemen bei der Suche nach Einrichtungen mit freien Plätzen. Angesichts vieler Unterschiede ist es oftmals auch schwierig, in kurzer Zeit einen passenden Pflegedienst zu finden. Eine schnelle, unverbindliche Übersichtshilfe bei der Suche nach geeigneten Pflegeeinrichtungen stellt das Pflegeanbieter-Vergleichsportal "Pflegezentrum" kostenlos zur Verfügung. Diese aktuelle Information kann Ihnen dabei helfen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

 

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