Trauer nach dem Verlust des Partners zulassen und bewältigen 2019-06-24T16:04:38+02:00

Wenn sich der Partner für immer verabschiedet – Die Trauer und das Leben danach

Der Tod des Lebenspartners bewirkt einen schmerzhaften, tiefen Einschnitt in die seelische Verfassung des Hinterbliebenen. Das gewohnte gemeinsame Erleben und Bewältigen des Alltags fehlen zukünftig. Neben dem Wegfall des bisher vertrautesten Ansprechpartners, Helfers und Ratgebers fehlt die wohltuende menschliche Nähe des Partners. Die Trauer rückt alle diese Tatsachen ins Bewusstsein. Trauer dient dazu, diesen erheblichen Verlust seelisch zu verarbeiten.

Trauer drückt ebenfalls Wertschätzung gegenüber dem Verstorbenen aus. Dazu ist Zeit erforderlich. Die Dauer der benötigten Zeit ist individuell verschieden. Für alle Trauernden gilt jedoch gleichermaßen, dass im Interesse der Gesundheit die Trauer ein Ende haben sollte. Um wieder zum eigenen Lebensstil nach dem Verlust des Partners zu finden, bedarf es neuer Einstellungen für die Zukunft. Ansonsten drohen Passivität, Vereinsamung und Depressionen.

Die Verarbeitung und Bewältigung der Trauer als endlicher Prozess

Tröstende Worte helfen bei der Bewältigung der Trauer. Dafür bilden Kontakte und Gespräche die Grundlage. Zahlreiche Menschen sind in den ersten Tagen der Trauer nahezu blockiert in ihren Gedanken. Daher können sie über ihre Gefühle nur schwer sprechen. In dieser ersten Trauerphase sind verständnisvoll tröstende nahe Angehörige besonders wichtig. Sie vermitteln mit ihrem persönlichen Zuspruch das wichtige Gefühl, dass die Witwe/der Witwer nicht alleine ist.

Gemeinsame Erinnerungen an den Verstorbenen bieten häufig eine wertvolle Gesprächsgrundlage. Außerdem helfen die Angehörigen dem Betroffenen, nicht mit den Organisationszwängen des Sterbefalls überfordert zu werden. In kurzer Zeit muss unter Zeitdruck einiges erledigt werden. Die Trauer muss zugelassen und akzeptiert werden. Ihr dürfen keine Zwänge entgegenstehen. Beim Trauernden dürfen auch unangenehme, untypische Gefühle wie Wut, Aggression oder Gleichgültigkeit auftreten. Das Wellental der Gefühle sollte den Alltag jedoch nicht über einen längeren Zeitraum verändern und belasten. Dauert die Trauer über ein halbes Jahr, drohen soziale Isolierung und gesundheitliche Gefahren.

Die Trauer durch Aktivitäten und neue Ziele überwinden

Den Zeitpunkt, wann ein Kleiderschrank des Verstorbenen ausgeräumt werden sollte, bestimmt jeder Hinterbliebene selbst nach Gefühl. Es gibt keine zeitlichen Fixpunkte zur Überwindung der Trauer, jedoch Anzeichen, die beachtet werden sollten. Ein beklemmendes Gefühl der Einsamkeit, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit darf nicht passiv ertragen werden.

Bloßes Abwarten auf positive Ereignisse reicht nicht, sondern Aktionen müssen wieder das Leben bestimmen. Dazu zählen Ziele und neue Eindrücke. Die Einbindung in eine Gruppe Gleichgesinnter erleichtert diesen Weg. In Gruppen können ältere Menschen alte oder neue Hobbys aufleben lassen. Seniorenfreizeitstätten, Volkshochschulkurse oder Vereine bieten eine Vielzahl von Themen für Senioren an. Körperliche und geistige Aktivitäten, Kontakte und Gespräche in einer Gruppe, sind Schritte in die richtige Richtung. Reisen und Ausflüge für Senioren sind Klassiker für neue Eindrücke und Bekanntschaften.

Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Schwimmen oder Gymnastik nützt nicht nur der körperlichen, sondern auch der seelischen Gesundheit. Gemeinsame Spieleabende oder der Besuch kultureller Veranstaltungen bieten im Regelfall mehr als nur Unterhaltung. Je nach Wunsch und Bedarf stehen genügend Alternativen zur Auswahl. Lediglich die Hürde der Überwindung ist zu nehmen. Scheitert es im Einzelfall daran, dass Sie diese Hürde nicht überwinden können, benötigen Sie bewährte Unterstützung.

Bei Bedarf Hilfen beanspruchen

Sollte die Unterstützung durch Angehörige nicht funktionieren, können Sie zu verschiedenen Stellen Kontakt mit der Bitte um Hilfe herstellen. Dazu zählen:

  • Psychologische Beratungsstellen
  • Wohlfahrtsverbände
  • Kirchen
  • Selbsthilfegruppen für einen Erfahrungsaustausch
  • Senioreneinrichtungen von Kommune
  • Notfalldienste

Als Hilfe zur Überwindung der Trauer und Einsamkeit kommt auch ein Haustier wie ein Hund oder eine Katze infrage. Wer sich um ein Tier kümmert, übernimmt nicht nur eine verantwortungsvolle Aufgabe. Es entsteht häufig eine wichtige emotionale Verbindung. Eine Hilfe kann auch die Kommunikationsvielfalt des Internets bewirken. Über Foren und soziale Netzwerke werden spezielle Möglichkeiten für Senioren angeboten und ausgetauscht. Dadurch können Sie auf unzählige Informationen, Erfahrungen und Ratschläge zurückgreifen. Außerdem können Freundschaften und Bekanntschaften entstehen.

 

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